Herbstleuchten

Ich bin eine Herbstblume, eine von den Wenigen, die jetzt noch blühen. 
Lange habe ich gewartet, bis meine Zeit reif war. 
Im Frühling habe ich in meinem Bett in der Erde noch tief und fest geschlafen. 
Als der Sommer mit voller Kraft ins Land zog, legte sich eine sanfte Wärme um mich und mit ihr erwachte in mir eine leise Sehnsucht, die mich hinaus ans Licht zog.
Tief in mir spürte ich, dass es mir bestimmt war zu warten. 
Ich vertraute darauf, dass der richtige Augenblick kommen würde. 
Nun bin ich hier und schenke euch mein Strahlen. 
Wenn ihr mich am Wegesrand seht, dann kann es geschehen, dass ihr kurz inne haltet und euch verwundert fragt, ob die Blumen im Herbst tatsächlich intensiver leuchten oder ob euer Blick und Herz sich geweitet hat, um in Dankbarkeit die Abschiedsgaben zu empfangen?
Ich lege euch meine ganze Kraft zu Füßen, nehmt meine Farbe in eure Seele auf, möge sie euch in der Zeit der Winterruhe bunte Träume schenken.

Einzigartig

In diesem einzigartigen Augenblick 
spiegelt sich die Welt mit meiner Seele.
Ein Fest der Vereinigung, 
unvergleichbar und unwiederbringlich!
Schon morgen wird mein Blick 
ein anderer sein.
Obgleich meine Augen 
die bekannte Perspektive erfassen,
treffen in meiner Seele
Fremde aufeinander, 
die sich miteinander verbünden.
In diesem einzigartigen Augenblick.

Inspiriert wurde ich zu diesem Gedicht von dem Beitrag, den ich bei Paleica las.
Mir ist es beim Betrachten von alten Fotos auch schon oft so ergangen, dass ich daran dachte, was ich alles im Moment der Fotoaufnahme noch nicht wusste. Diese Betrachtungsweise kann eine gewisse Wehmut auf den Plan rufen, die dazu verleitet, das was war festhalten zu wollen, so nach dem Motto. „Es war doch so schön, warum konnte es nicht so bleiben?“ Aber das Leben ist nun einmal eine fortlaufende Bewegung, die Seele gleicht einem Tanzsaal, in dem sich Altbekanntes und Neues zu ständig wechselnden Formationen miteinander verbinden um sich gleich wieder voneinander zu lösen.

Die Party ist vorbei

Die Party ist vorbei, wir spielen keine „Blinde Kuh“ mehr.
Das Tuch mit dem du deine Augen verbunden hattest kannst du jetzt abnehmen.
Du brauchst nicht länger im Dunkeln zu tappen um nach einer besseren Version von dir selbst zu suchen.
Befreie dich von dem Schleier der dir die Sicht verwehrte und jage nicht länger deinen Idealvorstellungen hinterher.
Alles was du brauchst steht dir zur Verfügung,
du bist perfekt in deiner unvergleichlichen Einzigartigkeit!

Weißt du noch?

„Weißt du noch?“, spreche ich zu ihr, 
die schon längst gegangen ist. 
„Weißt du noch?“, hallt es in mir nach 
mit bittersüßem Klang.
In diesem Moment scheint sich die Zeit auszudehnen 
und ich bin gestern und morgen
und sie ist hier und dort 
und unsere Liebe ist überall.
Vielleicht ist es genug, dass ich es weiß, 
denn ich weiß es für uns beide 
und bewahre unseren Schatz in meinem Herzen.

Die drei großen Fragen

Die drei großen Fragen


Wer bin ich?
Ich bin morgen nicht mehr Die, Die ich heute war
Ich bin nicht Das was du siehst
Ich bin nicht, ich werde
Ich bin ständig in der Entwicklung und doch schon fertig
Ich bin irgendwo weit weg oder tief in mir
Ich bin ein Teil von Allem


Woran glaube ich?
Ich glaube an einen großen Sinn, der Alles durchdringt
Ich glaube an einen Ursprung zu dem ich unterwegs bin


Was treibt mich an?
Gespeist von einer inneren Kraftquelle
lebe ich im Spannungsfeld eines Magneten, 
der mich anzieht oder abstößt
je nachdem wohin ich mich bewege

Warum ich die Sonnenblume so sehr mag

Warum ich die Sonnenblume so sehr mag


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um die Sonne  zu empfangen,
ja ihr Licht in sich aufzunehmen um sich dadurch förmlich in ihr Ebenbild zu verwandeln.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um ihr Innerstes nach Außen zu kehren und es fruchtbringend  darzubieten mit bedingungsloser Freigebigkeit.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt, dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um sich unablässig nach dem Licht auszurichten um dabei die Schatten hinter sich zu lassen. 
18.08.2019

meine kleine seele

zu schwer war die last die dir aufgeladen wurde

du konntest sie fast nicht tragen

aber unermüdlich schlepptest du sie mit dir

bis zu dem tag an dem sich deine augen öffneten

und du endlich sehen konntest dass fremdes gepäck auf deinen schultern lag

welches dich niederdrückte und dir die luft zum atmen nahm

dann erst legtest du ab was nicht zu dir gehörte

und gehst nun deinen weg mit aufgerichtetem gang

der den blick freigibt über die mauern deiner angst