Lebensgarten

Im Garten meines Lebens wachsen die verschiedensten Pflanzen.
Eine Hand voll Samenkörner brachte ich mit, als ich auf diese Erde kam.
Manche davon sind schon aufgegangen und haben sich prächtig entwickelt.
Einige liegen noch im Verborgenen und warten darauf, von mir eingepflanzt zu werden.
Ein paar sind bereits abgestorben und Andere noch im Wachstum.
Wenige Pflänzchen sind verkümmert, vielleicht habe ich sie aufgegeben, weil ich dachte, dass mir „der Grüne Daumen“ dafür fehlt?
Ich habe im Laufe meines Lebens eine weitere Hand voll Samenkörner am Wegesrand gesammelt.
Einen Teil davon pflanzte ich sofort mit großer Begeisterung ein und mit dem restlichen Teil weiß ich noch nicht so recht wohin, es fehlt mir der Mut oder die Entschlossenheit.
Und dann ist da noch das Unkraut, es scheint einfach so aus dem Nichts zu wachsen und ist mir ein Dorn im Auge.
Ich grabe und hacke mit unglaublichem Kraftaufwand, unter Schmerzen, mit Schweiß und Tränen, aber der Erfolg meines mühsamen Unterfangens ist nur sehr begrenzt.
Eine kleine Weile schaue ich auf meinen fast makellos gepflegten Garten, bis es irgendwo schon wieder zu sprießen beginnt, was ich nicht mag, was mir lästig ist, was sich unbändig ausbreitet und meinen Pflanzen die Luft zum Atmen und den Platz zum Wachsen nimmt.
Manchmal, sehr selten nur, habe ich beim näheren Hinsehen entdeckt, das das Unkraut eine ganz eigene Schönheit entwickelt und ließ es wachsen, gab ihm Raum, im Garten meines Lebens.

Eye Poetry 13


Ich habe mich dieses Mal entschlossen, den Beitrag zur Aktion von Holunder in meinen Schreibblog zu veröffentlichen, denn es geht ja hier um Geschriebenes, nämlich darum die poetischen Gedichte und Texte sichtbar werden zu lassen.
Dieses Mal hatte Holunder einen  Ausschnitt aus „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren zur Gestaltung angeboten.

„Eine Weile standen sie schweigend da und lauschten dem Zwitschern und Rauschen, dem Brausen und Singen und Plätschern in ihrem Wald. Alle Bäume und alle Wasser und alle grünen Büsche waren voller Leben, von überall erscholl das starke, wilde Lied des Frühlings. „Hier stehe ich und spüre, wie der Winter aus mir herausrinnt“, sagte Ronja. „Bald bin ich so leicht, dass ich fliegen kann.“

Mich hat der  sprachliche Ausdruck von Astrid Lindgren ,wie so oft, sehr angesprochen:
…“ Alle Bäume und alle Wasser und alle grünen Büsche“…
… „das starke, wilde Lied des Frühlings“…
…“ wie der Winter aus mir herausrinnt„…
Die fett gedruckten Wörter empfinde ich als sehr eindrücklich und reizvoll.
Gerade dieses „Alle“ hat mich dazu veranlasst eine Collage zu gestalten mit ganz vielen kleinen Ausschnitten von Frühlingsfotos aus meinem Fundus der letzten Jahre. Ronja sieht man auch, weil ich die beiden Fotos „übereinander gelegt“ habe.

Es hat mir wieder viel Freude bereitet, den Text auf mich wirken zu lassen und das was mich davon am meisten berührt hat gestalterisch ins Bild umzusetzen. Ein sehr schöne Aktion von Holunder, vielen Dank dafür.

Heitere Traurigkeit

Leere Fülle
Leuchtendes Schwarz
Tonloses Lied
Wärmende Kälte
Trennende Nähe
Heitere Traurigkeit

Alles ist Jetzt
und lange vergangen
ewig vereint
und endlos entfernt

Nichts geht verloren
im Meer des Lebens.
Am Ufer stehend
reicht mein Auge nicht hinüber zu dir
wo deine Füße benetzt werden
vom Wasser des selben Meeres

Glücksmomentesammler

Das Geschenk des Augenblickes ist ein Stück Himmel mit einer Lücke in den Wolken, die groß genug ist um mir ein Sonnenbad zu gewähren.

Das Wetter rundherum, ob vorher oder nachher ist mir völlig gleichgültig, denn ich bin ein Glücksmomentesammler.

Das Geschenk des Augenblickes sind zwei Hundepfoten, die sich auf meine Knie stellen, um mir zu zeigen, dass es Zeit für eine Schmuserunde ist.

Mein Stimmungsbarometer rundherum, ob vorher oder nachher ist mir ganz unwichtig, denn ich bin ein Glücksmomentesammler.

(C) Beate Neufeld
29.04.2017

Tausend Wörter

2016-18-9-21-30-23

Tausend Wörter schwirren durch meinen Kopf
und ich kann sie nicht halten,
denn es ist als wenn sie
wie durch ein viel zu grobes Sieb
allesamt hindurch schlüpfen
um sich in einem endlosen Kreislauf
wieder Zugang zu meinem Kopf zu verschaffen.

Nur wenn ich meine Herzenstüre öffne,
kann es geschehen,
dass sich behutsam Wort um Wort
wie wertvolle Perlen zu einer Kette reihen
und sich sanft um meine Seele legen.
Aus einer unsichtbaren Quelle fließen sie
durch mein Herz auf das Papier.

Dieser Blog ist nun meinen Schreibarbeiten vorenthalten.
Ich freue mich über Deinen Besuch in meinem Blog Plauderpause, indem ich von allem berichte, über das es sich zu Plaudern lohnt. 😉