Das Gesicht des neuen Tages

Eines Tages überschritt ich unvermittelt eine mir bis dahin unsichtbare Schwelle. 
Ich wurde ihrer gewahr, als sich der Geschmack der Endlichkeit mit herber Würze und einer bitteren Note auf meine Zunge gelegt hatte. 
In diesem Moment ereilte mich die unbarmherzige Gewissheit, dass meine Zeit hier in diesem Leben begrenzt ist.
Sie riss mich mitten aus meinen Plänen, die ich zeitlebens in alter Gewohnheit unbedarft schmiedete, als schöpfte ich mit vollen Händen aus einer niemals versiegenden Quelle. 
Fortan schaue ich am Morgen dem neuen Tag zärtlich ins Gesicht und wäge dankbar und sorgsam das Geschenk der kostbaren Stunden ab, bevor ich mich entscheide, wohin mein Weg mich heute führt. 

Da tanzte die Rose mit der Herbstsonne

Ihr Kleid war schon etwas abgetragen
und das Rot nicht mehr ganz so strahlend,
aber das störte sie nicht.
Sie vergaß die Welt und die Zeit
als sie mit der Herbstsonne tanzte.
Hingebungsvoll und leidenschaftlich
summte sie eine Melodie dazu,
als läge ihr ganzes Leben darin.
Die Augen hatte sie geschlossen, 
und tauchte vollkommen ein in diesen Augenblick.
Ein Traum von zarter Frühlingssonne,
die nach kalter Winterzeit 
die erstarrte Erde sanft wach küsst,
umhüllte sie wie ein luftig leichtes Tuch,
das beschwingt im Rhythmus schwebte.

Einzigartig

In diesem einzigartigen Augenblick 
spiegelt sich die Welt mit meiner Seele.
Ein Fest der Vereinigung, 
unvergleichbar und unwiederbringlich!
Schon morgen wird mein Blick 
ein anderer sein.
Obgleich meine Augen 
die bekannte Perspektive erfassen,
treffen in meiner Seele
Fremde aufeinander, 
die sich miteinander verbünden.
In diesem einzigartigen Augenblick.

Inspiriert wurde ich zu diesem Gedicht von dem Beitrag, den ich bei Paleica las.
Mir ist es beim Betrachten von alten Fotos auch schon oft so ergangen, dass ich daran dachte, was ich alles im Moment der Fotoaufnahme noch nicht wusste. Diese Betrachtungsweise kann eine gewisse Wehmut auf den Plan rufen, die dazu verleitet, das was war festhalten zu wollen, so nach dem Motto. „Es war doch so schön, warum konnte es nicht so bleiben?“ Aber das Leben ist nun einmal eine fortlaufende Bewegung, die Seele gleicht einem Tanzsaal, in dem sich Altbekanntes und Neues zu ständig wechselnden Formationen miteinander verbinden um sich gleich wieder voneinander zu lösen.

Die Party ist vorbei

Die Party ist vorbei, wir spielen keine „Blinde Kuh“ mehr.
Das Tuch mit dem du deine Augen verbunden hattest kannst du jetzt abnehmen.
Du brauchst nicht länger im Dunkeln zu tappen um nach einer besseren Version von dir selbst zu suchen.
Befreie dich von dem Schleier der dir die Sicht verwehrte und jage nicht länger deinen Idealvorstellungen hinterher.
Alles was du brauchst steht dir zur Verfügung,
du bist perfekt in deiner unvergleichlichen Einzigartigkeit!

Weißt du noch?

„Weißt du noch? „ ,spreche ich zu ihr, 
die schon längst gegangen ist. 
„Weißt du noch?“, hallt es in mir nach 
mit bittersüßem Klang.
In diesem Moment scheint sich die Zeit auszudehnen 
und ich bin gestern und morgen
und sie ist hier und dort 
und unsere Liebe ist überall.
Vielleicht ist es genug, dass ich es weiß, 
denn ich weiß es für uns beide 
und bewahre unseren Schatz in meinem Herzen.

Warum ich die Sonnenblume so sehr mag

Warum ich die Sonnenblume so sehr mag


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um die Sonne  zu empfangen,
ja ihr Licht in sich aufzunehmen um sich dadurch förmlich in ihr Ebenbild zu verwandeln.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um ihr Innerstes nach Außen zu kehren und es fruchtbringend  darzubieten mit bedingungsloser Freigebigkeit.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt, dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um sich unablässig nach dem Licht auszurichten um dabei die Schatten hinter sich zu lassen. 
18.08.2019

Manchmal

Manchmal sehe ich dich da oben in den Wolken und dann bekommt meine Seele Flügel und fliegt hinauf zu dir. Es tut ein kleines bisschen weh wenn sich das Tor zum Himmel öffnet aber um wie viel größer ist die Liebe die uns ewig verbindet?

Manchmal spüre ich dich im Wehen des Windes und dann bekommt meine Seele Flügel und fliegt hinauf zu dir. Es tut ein kleines bisschen weh wenn sich das Tor zum Himmel öffnet aber um wie viel größer ist die Liebe die uns ewig verbindet?

Manchmal höre ich dich im Klang des Waldes und dann bekommt meine Seele Flügel und fliegt hinauf zu dir. Es tut ein kleines bisschen weh wenn sich das Tor zum Himmel öffnet aber um wie viel größer ist die Liebe die uns ewig verbindet?