Dankbarkeit

Im Monat November sind die Türen zur Vergangenheit und zu den Menschen, die „schon voraus gegangen“ sind  weiter geöffnet als in einer anderen Zeit. So empfinde ich es.
Da wird auch immer viel Dankbarkeit in mir wach.

Kurz nachdem meine Mutter gestorben war, habe ich ein Gedicht geschrieben, das wie ein Brief an sie formuliert ist.
Es passt heute sehr gut zum Thema.

Schatzsuche

Wenn ich in mich hinein horche
erfühle ich deine Botschaft,
die du mir durch dein Leben
übermittelt hast.
Es ist das, was wichtig ist.
Es ist das, was mich geprägt hat.
Es ist das, was mich auf meinem Lebensweg
begleiten möchte.
Ich mache mich auf die Schatzsuche
nach der Essenz deines Lebens.
Sie beginnt in meinem Herzen.
Ist es ein Wort, ein Blick oder eine Geste vielleicht,
die sich als Spur in meine Seele gegraben hat?
Es gibt eine Brücke zwischen dir und mir,
eine Verbindung,
die uns ewig bleibt.
Die Liebe weist mir den Weg
zu deinem Vermächtnis für mich.

Hier und Jetzt – Gedanken am Silvesterabend

Dieses Mal sollte es so ein, dass mein Mann und ich den Silvesterabend alleine mit Priska zu Hause verbrachten. Ein befreundetes Ehepaar hatte kurzfristig abgesagt, weil unsere Freundin sich eine Erkältung zugezogen hatte. Es wurde also ein sehr beschaulicher Abend der mir gut getan hat. Mir kam in den Sinn, dass sich mein Verhältnis zu Silvester im Laufe der Jahre deutlich geändert hat. Früher war dieser Abend mit vielen Emotionen verbunden und heute wird mir immer deutlicher bewusst, dass an Silvester um Mitternacht eine Zeitgrenze überschritten wird, die entweder nur in unseren Köpfen besteht oder anders betrachtet überschreiten wir in Wahrheit sekündlich diese Zeitschwelle.
Die Zeit fließt unaufhörlich, wir sind uns dessen nur sehr selten bewusst. Mein Zeitgefühl hat sich mit meinen Erfahrungen im Laufe des Lebens verändert. Besondere Auswirkungen hatte der frühe Tod von Menschen aus meinem näheren Umfeld.
Diese Erlebnisse richteten meinen Fokus auf die eigene Sterblichkeit, auf die Endlichkeit meines Lebens hier auf dieser Erde. Ich habe beobachtet, dass ich gerade nach dem Tod meines Bruders sensibilisiert war, wenn ich Sätze hörte wie: „ Wenn ich später mal in Rente bin, dann werde ich Dieses oder Jenes tun, dann habe ich Zeit dafür.“ Ich sagte dann, dass ich mir erlauben will, nach Möglichkeit die Dinge die mir wirklich wichtig sind nicht aufzuschieben sondern Jetzt in Angriff zu nehmen.