Warum ich die Sonnenblume so sehr mag

Warum ich die Sonnenblume so sehr mag


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um die Sonne  zu empfangen,
ja ihr Licht in sich aufzunehmen um sich dadurch förmlich in ihr Ebenbild zu verwandeln.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um ihr Innerstes nach Außen zu kehren und es fruchtbringend  darzubieten mit bedingungsloser Freigebigkeit.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt, dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um sich unablässig nach dem Licht auszurichten um dabei die Schatten hinter sich zu lassen. 
18.08.2019

Unbeschreiblich

Manchmal ist es Zeit zu schweigen

Die Worte liegen wie Samen im Acker

Sie brauchen Zeit zu reifen und zu wachsen

Ich lege mein Ohr an das Herz der Erde

Und aus der Tiefe wächst ein leises Ahnen

Wie ein zarter Keim

Würde ich ihn vorschnell dem Boden entreißen

Blieben meine Worte tot und leer

Die Stille birgt die Quelle

Die das Unbeschreibliche ins Leben ruft

Baumkind

Die Stimme der Natur

Fast wie im Paradies kam ich mir vor, während ich meine Füße  Schritt für Schritt durch das sommerliche Feld lenkte. Die Gräser nickten so friedlich und sanft im lauen Abendwind. Um meine Nase strich ein betörend honigsüßer Duft. Und als ob meine Sinne noch nicht genug hätten, erscholl ein bezauberndes Vogelkonzert. Liebliche Klänge hüllten mich wohlig ein. Doch dann durchdrang jäh der Ruf des Kuckucks die Idylle, immer und immer wieder und er ließ nicht ab bis ich aufmerkte und die Frage in mir aufstieg, was er wohl so dringlich zu verkünden habe?

Also hielt ich inne und öffnete meine Herzensohren, sein klagender Appell drang in meine Seele und mit jedem Ruf wurde die Botschaft unmissverständlicher:

Gebt Acht

Gebt Acht

Erwacht

Erwacht

Die Zeit ist knapp

Die Uhr läuft ab

Kehrt um

Kehrt um

Und seid nicht dumm

Seht an das Leid

Das ihr getan

Schaut euch die Mutter Erde an

Sie liebt euch ganz bedingungslos

Verzeiht euch jeden Tag auf‘s Neu

Doch ihre Kraft ist nicht mehr groß

Ergreift die Chance die ihr noch habt sofort

Sie wird nicht mehr vertagt

Nehmt das Leben in eure Hände

Und hütet es sorgsam

Sonst naht bald das Ende

Siebenmeilenstiefel

Wie mit Siebenmeilenstiefeln

An deinem Geburtstag beginnt ein neues Lebensjahr, das alte ist vergangen und mit einem Anflug von Sentimentalität hältst du Rückschau und stellst zum wiederholten Male fest, dass die Zeit immer schneller dahin zu fliegen scheint.

Kaum setzt du deinen Fuß in das neue Jahr, wirfst du einen kurzen Blick auf die nächsten 12 Monate die noch jungfräulich vor dir liegen und beginnst schon im nächsten Augenblick damit zu mutmaßen, abzuwägen und zu vergleichen. Du vermagst in Sekundenschnelle durch die Zeit zu reisen, wie mit Siebenmeilenstiefeln. Darin bist du geübt, weil du fast unablässig trainierst. Jahrein jahraus, täglich, stündlich, sekündlich hastet dein Geist ruhelos zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her. 

Deine Lebenszeit rinnt dir dabei wie Sand durch die Finger. Während du beklagst, dass sie sich nicht halten lässt, bemerkst du nicht, dass du der Flüchtling bist, ein rastloser Wanderer, der am Leben vorbei läuft. So auch ein Reisender, der im fahrenden Zug sitzt und aus dem Fenster schauend den Eindruck gewinnt, dass die Landschaft an ihm vorbei rast. Würde er die Bremse ziehen, hätte die Reise ein Ende, denn er würde erkennen, dass er bereits am Ziel ist. 

Das Leben wohnt nicht im Gestern, noch im Morgen. Sein Haus ist ein wehender Hauch von Nichts und Allem was ist. Wenn du gewahr wirst, dass du bereits angekommen bist, kannst du darin Wohnung nehmen.

Bewohne dein Leben, damit du nicht stirbst bevor du gelebt hast!

Vom Eindruck zum Ausdruck

Vom Eindruck zum Ausdruck

Ich nehme mir
ein Lied
ein Wort
ein Bild
ein Naturerlebnis
und lasse mich beeindrucken
damit mein Inneres
Ausdruck finden kann.
Wenn mein Inneres
Ausdruck findet
werde ich
mir selber
zum „Gesprächspartner“;
indem ich „mir zuhöre“
lerne ich mich anzuschauen
wie mit den Augen eines guten Freundes.

Heute beim Spaziergang komme ich wieder einmal mit mir selber ins Gespräch.
Ein recht temperamentvoller Wind pfeift mir um die Nase, er rüttelte an den Zweigen der Bäume und treibt die Wolken eifrig vor sich her als wolle er mir zurufen: Das neue Jahr zieht ein, es braucht frischen Wind, damit nicht alles beim Alten bleibt! Ich denke so bei mir, dass Einzug und Auszug oft Hand in Hand gehen. Wo etwas hinein will, braucht es Platz, selbst der Atmen geschieht im Zusammenspiel von Aufnehmen und Abgeben.
So gehe ich meines Weges und beobachtete das Treiben der Wolken und lausche dem Gesang des Windes und spüre die belebende Frische in meinem Gesicht.
Dann wird mir bewusst wie gut es mir tut einfach in meinem eigenen Rhythmus zu laufen ohne mich dabei selber anzutreiben, weil ich denke ich müsste sportlicher unterwegs sein.
Meine Füße gehen wie von selbst, ich bin im Einklang, alle Anstrengung weicht einer angenehmen Tragkraft.
Die Worte „Ich lasse mich gehen“, kommen in meinen Sinn, indem mir die Doppeldeutigkeit bewusst wird fällt mir auf wie negativ das „Gehenlassen“ im Allgemeinen behaftet ist: „Lass dich doch nicht so gehen!“
Ein Gedicht formt sich und so findet mein Inneres den Ausdruck:

Lass dich nicht so gehen!

Und ob ich mich gehen lasse!
Und zwar genauso!
Ganz in meinem eigenen Rhythmus.
Ohne meinen Schritt anzupassen!
Ich werde zum Selbstläufer!