Herz an Herz

Herz an Herz

Ich trage dich
in meinem Herzen
und doch bist du frei
so weit und auch so nah
Herz an Herz

Du kamst zu mir
warst mir geliehen
um eine Weile zu bleiben
ich gab dich zurück
Herz an Herz

Wir beide sind mehr
als zwei einzelne Wesen
wuchsen zusammen
in Liebe
Herz an Herz

Ich bleib nicht allein
auch wenn du gegangen
bleibt ewig bei mir
was du mir geschenkt
Herz an Herz

Engel des Mitgefühls

Wenn Dunkelheit deine Seele umhüllt,
wenn Schmerz dein Herz erfüllt,
wenn quälende Fragen in dir kreisen.
wenn Zweifel an dir nagen,
Wenn du dich ausgesetzt und allein gelassen fühlst,
wenn Trauer dich niederdrückt,
möge der Engel des Mitgefühls
ganz sacht seine Hände
bergend und hütend,
segnend und stärkend
um deine Seele legen.

 

Als ich vor einigen Tagen ein sehr traurige Nachricht von einer Freundin bekam, habe ich den Engel des Mitgefühls gestaltet und dazu das obige Gedicht geschrieben.

Nicht die Fülle

Nicht die Fülle
von Bunt und Glitzer
aber wenigstens
ein kleines zartes Leuchten,
möge mich erhellen
durch die Zeit
bis zur nächsten
Weihnacht

Nicht die Fülle
von Liedern und Klängen
aber wenigstens
ein kleiner zarter Ton
möge in mir klingen
durch die Zeit
bis zur nächsten
Weihnacht.

Nicht die Fülle
der Weihnachtsbotschaft
aber wenigstens
ein kleines Wort
möge mich begleiten
durch die Zeit
bis zur nächsten
Weihnacht.

Mein Garten des neuen Jahres

In meinem Garten des neuen Jahres wachsen 52 Wochen mit 365 Tagen.
Ich bin der Gärtner und habe die Verantwortung für 8.760 Stunden mit 525.600 Minuten.

Am 31. Dezember 2018
um 23.59 Uhr wird sie dann angebrochen sein, die letzte Minute des Jahres.

Dann werden sie wieder akribisch gezählt, die letzten 60 Sekunden.
Erst jetzt fallen sie ins Gewicht, diese Winzlinge die das ganze Jahr über nicht beachtet werden.
Und doch würde ohne  sie nicht eine einzige Minute zustande kommen.

Wenn der 31. Dezember 2018 ins Land zieht, werden sie wieder laut, die Stimmen der Kritiker und Zyniker, der Lamentierer und Nörgler,der Schwarzmaler und Besserwisser und dabei wurden sie alle, jeder Einzelne von ihnen, am Anfang des Jahres überreich beschenkt mit 31.536.000 Sekunden.

Jede Sekunde ist wie ein Samenkorn das darauf wartet eingepflanzt und gehegt und gepflegt zu werden.
Aus ihnen wächst das, was am Ende des Jahres wie eine Ernte vor uns liegt.
Ob wir dann schimpfen und jammern oder dankbar sind liegt in unserer Hand.

In der Mitte der Zeit

In der Mitte der Zeit

Die Spannung wurde von Sekunde zu Sekunde größer. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern bis endlich der Startschuss fiel. Alle Tage des kommenden neuen Jahres hatten sich an der Startlinie versammelt und drängelten, zupften und stupsten sich gegenseitig um den besten Platz zu erhaschen.
Da entbrannte in der letzten Reihe ein eifriges Wortgefecht. Eine ganze Horde von Tagen stritt sich darum, wer der letzte Tag sein durfte. Es gab ein wildes Gerangel und endlich hatten alle Tage erschöpft und völlig außer Atem ihren Platz eingenommen.
Eine uralte Eiche, die schon unzählig viele Jahre an der Pforte der Zeit stand, hatte wieder einmal diesem hektischen Treiben zugesehen und fragte:
„Warum um alles in der Welt habt ihr euch um eure Plätze gestritten? Jedes Mal, wenn das Ende des alten Jahres naht ist es das selbe Spiel. Ihr seid doch alle gleich, warum sollte ein Tag wichtiger oder besser als der andere sein?“
„Das liegt doch klar auf der Hand“, ließ sich der Tag, dem es gelungen war die begehrte Position zu ergattern mit stolz geschwellter Brust vernehmen : „Weil die Menschen die meisten Tage des Jahres nicht sonderlich beachten, aber am letzten Tag des Jahres sind sie hellwach! Viele jammern, dass nun das alte Jahr schon fast vorbei ist und wollen am liebsten die Zeit anhalten. Die anderen können es gar nicht abwarten, bis das neue Jahr endlich beginnt, denn sie hoffen darauf das alles besser wird. Also liegt ihre ganze Aufmerksamkeit auf diesem letzten Tag und dadurch wird er so bedeutsam“.
Als die Antwort verklungen war ertönte ein kleines glockenhelles Stimmchen und triumphierte: „Ich bin die allerletzte Sekunde im Jahresreigen und meinen Brüdern und Schwestern, den letzten Sekunden des alten Jahres, gebührt wohl unumstritten eine besondere Ehre, denn keiner von euch ist dem neuen Jahr so nah wie wir. Auf mir liegt indes die allergrößte Aufmerksamkeit, denn mein Nachklang ist gewaltig: Glitzernd, prickelnd und knallend!“
Eine Weile war es still geworden bis das kecke Kichern eines munteren Sekündchens irgendwo aus der Mitte der Zeit erklang:
„Was würdet ihr alle, die ihr euch so wichtig nehmt nur tun, wenn ich mich einfach aus dem Staub machen würde? Da gäbe es aber ein gewaltiges Durcheinander und ohne mich würdet ihr alle bedeutungslos, denn keiner wüsste an welchem Platz er steht und das Jahr könnte kein Anfang und kein Ende finden, wenn ich fehlen würde!“

Weihnachtswunsch

Weihnachtswunsch

Das Leben ist bunt,
manchmal hell und freundlich,
manchmal dunkel und trostlos.

Das Leben ist vielfältig,
manchmal heiter und beschwingt,
manchmal mühsam und beschwerlich.

Mögest du die Farben des Lebens annehmen
und möge dich auf deinem Weg
ein Licht begleiten,
dessen Wärme und Glanz
dein Herz in jeder Lebenslage erhellt.

Ihr Lieben,
mit diesen Zeilen wünsche  ich ein lichtvolles Weihnachtsfest.

24. Dezember

Es war einmal ein sehr sehr kleiner Stern. Er war der Kleinste in seinem Sternenhaufen. Schon viele Millionen Jahre strahlte er neben seinen Sternengeschwistern. Diese nahmen ihn aber nicht ernst, weil er so winzig war. Den lieben langen Tag schwatzten und lachten sie miteinander und hatten Wichtigeres zu tun, als sich mit dem Winzling zu befassen.
Ihr Lieblingsbeschäftigung war es, sich vom Glanz der Sonne, dem größten aller Sterne bescheinen zu lassen. Sie wurden nicht müde ihr nachzueifern und verbrachten daher die meiste Zeit des Tages damit, sich gegenseitig ihre Strahlen zu polieren.
Den winzig kleinen Stern störte es eigentlich gar nicht, dass er nicht beachtet wurde, denn er schaute sehr gerne auf die Erde hinunter und beobachtete was da vor sich ging.
Die größte Freude bereitete es ihm, wenn er durch die Fenster in die Häuser der Menschen blicken und Anteil an ihrem Leben nehmen konnte.
Unermesslich viele Stunden hatte er damit schon zugebracht.
Ein besonderes Vergnügen bereitet es ihm, wenn er die Kinder beobachtete, wie sie ausgelassen lachten und spielten, da hüpfte auch in ihm sein kleines Sternenherz vor Freude.
Aber er sah auch die traurigen Ereignisse und da wurde ihm sein Herz schwer.
So konnte es mit den Jahren geschehen dass sich sein Aussehen veränderte.
Er erstrahlte nicht mehr in einem makellosen Glanz, weil alle Farben des Lebens sich nun in ihm spiegelten, nicht nur die hellen und strahlenden, sondern auch die dunkeln und matten.
Seine Sternengeschwister hatten die Veränderung lange nicht bemerkt, zu sehr waren sie damit beschäftigt ihre Größe und ihr Strahlen miteinander zu vergleichen. Eines Tages aber schaute einer von ihnen den Kleinen fassungslos an und stupste den Stern neben sich in die Seite: „Schau dir mal den Winzling an, der sieht merkwürdig aus, irgendwie schmutzig und gar nicht schön.“
Als die anderen Sterne im Sternhaufen darauf aufmerksam wurden, begannen auch sie abfällig über ihn zu reden. „Was schaust du auch die ganze Zeit auf die Erde herunter, kein Wunder das du so glanzlos geworden bist. Wir Sterne sind dazu bestimmt, unseren Glanz zu pflegen.“
Der winzig kleine Stern wurde traurig als er die Worte der anderen Sterne hörte, die aber schon bald wieder das Interesse an ihm verloren und sich ihrer Glanzpflege widmeten.
Dann kam er, der Abend an dem etwas ganz Besonderes geschah.
Der kleine bunte Stern schaute wie schon an den vergangenen Abenden in das Fenster von Florian, der auch heute wieder in seinem Zimmer saß und weinte.
Seine Mutter kam herein und nahm ihn tröstend in den Arm.
Florian wollte sich gar nicht beruhigen lassen.
Der kleine bunte Stern wusste, warum der Junge so untröstlich war. Vor nicht allzu langer Zeit war er mit seinen Eltern neu in diese Stadt gezogen und war sehr einsam, weil er einfach noch keine Freunde gefunden hatte. In seiner Klasse fühlte er sich fremd und unwohl.
Zu allem Unglück war vor zehn Tagen seine kleine Katze Maunzi von einem Auto überfahren worden und fortan war es nur noch dunkel in ihm. Alle Freude und Hoffnung hatte er verloren.
An diesem besonderen Abend beobachtete der kleine bunte Stern wie Florian von seiner Mutter an das Fenster geführt wurde und wie sie mit ihrer Hand nach oben zum Sternenhimmel zeigte. Er hörte wie sie zu ihm sprach: „Sieh nur, wie schön die Sterne heute strahlen.
Florian wandte seinen Blick nach oben. Eine ganz Weile hatte er den Sternenhimmel angeschaut und dann plötzlich entdeckte er unter all den glänzenden Sternen diesen einen winzig kleinen ganz besonderen Stern, der alle Farben des Lebens trug und dessen Licht durch Hell und Dunkel hindurch zu strahlen vermochte.
In diesem Moment wurde Florian sonderbar berührt.
In seinem Herzen fühlte er eine sanfte Wärme und Florian ließ den kleinen bunten Stern eine lange Zeit nicht aus den Augen.
Da geschah es, dass sich die Farben des Lebens auch in seiner Seele spiegelten und das durch das Dunkel seines Herzens ein zarter Strahl zu leuchten begann. Es war als wenn das Samenkorn der Hoffnung sich öffnete und ganz sachte seine Wurzeln entfaltete.
In Florians Gesicht zeichnete sich ein sanftes Lächeln, das von der Ahnung gespeist wurde, dass die Traurigkeit nicht ewig verweilen konnte und die Fröhlichkeit wieder Einzug halten würde.
Dieses Erlebnis machte den kleinen bunten Stern sehr glücklich und nun wusste er, dass er dazu bestimmt war, eine ganz besondere Botschaft auszustrahlen.
Wenn du deine Herzensaugen öffnest, kannst auch du ihn erkennen, diesen ganz besonderen winzig kleinen bunten Stern, der dich daran erinnert, dass das Leben alle Farben trägt, und dass das Licht auch durch die Dunkelheit hindurch scheint.

23. Dezember

Geboren in mir

Du wurdest nicht nur einmal einst in Bethlehem geboren,
du wirst immer wieder aufs Neue geboren in mir.

Geboren in mir?
Wie kann das geschehen, fragte schon damals Maria?

Geboren in mir?
Wie kann das geschehen, fragen viele Menschen auch heute?

Wenn plötzlich ein Wort mitten in mein Herz fällt,
dann wächst daraus etwas Neues
und ich erkenne dich in mir.
Du sprichst zu mir mit einer Stimme
die nur ich vernehmen kann,
manchmal trifft sie mich wie ein Blitz und rüttelt mich wach
und ich erkenne dich in mir.

Wenn mein Blick plötzlich mehr sieht
als oberflächlich zu sehen ist,
dann wächst daraus etwas Neues
und ich erkenne dich in allem was mich umgibt.
Du zeigst dich mir in einem Kleid, das nur ich sehen kann,
manchmal fällt es mir wie Schuppen von den Augen
und ich erkenne dich in allem was mich umgibt.

Das ist deine Geburt in mir!