Das Gesicht des neuen Tages

Eines Tages überschritt ich unvermittelt eine mir bis dahin unsichtbare Schwelle. 
Ich wurde ihrer gewahr, als sich der Geschmack der Endlichkeit mit herber Würze und einer bitteren Note auf meine Zunge gelegt hatte. 
In diesem Moment ereilte mich die unbarmherzige Gewissheit, dass meine Zeit hier in diesem Leben begrenzt ist.
Sie riss mich mitten aus meinen Plänen, die ich zeitlebens in alter Gewohnheit unbedarft schmiedete, als schöpfte ich mit vollen Händen aus einer niemals versiegenden Quelle. 
Fortan schaue ich am Morgen dem neuen Tag zärtlich ins Gesicht und wäge dankbar und sorgsam das Geschenk der kostbaren Stunden ab, bevor ich mich entscheide, wohin mein Weg mich heute führt. 

4 Gedanken zu „Das Gesicht des neuen Tages“

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