12. Dezember

Doppelte Weihnachtsfreude

Auch wenn das Geld meines Vaters knapp bemessen war, so ließ er es sich dennoch nicht nehmen, für jedes Familien Mitglied ein liebevoll ausgewähltes Weihnachtsgeschenk zu kaufen.
Eines Tages wurde er allerdings auf wundersame Weise ganz unerwartet beim Einkauf des Geschenkes, welches meiner Mutter zugedacht war, selbst zum Beschenkten.
Beim Bummel durch die Stadt hatte er vor dem Schaufenster einer Parfümerie Halt gemacht, in dem einige Kosmetiktäschchen mit entsprechendem Inhalt in sehr hübschem Design ausgestellt waren.
Vor jeder Tasche standen kleine schwarze Täfelchen mit jeweils einer Ziffer, die nebeneinander aufgereiht den Preis anzeigten.
Sein Blick blieb auf einer Tasche in der hinteren Reihe hängen, die mit einem Flakon des Lieblingsduftes meiner Mutter und einem passenden Badezusatz bestückt war.

Der Preis war zwar nicht unerheblich, aber er dachte, er wäre gerade noch im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Daher ging er in das Geschäft und ließ sich die ausgewählte Tasche als Geschenk verpacken.
Als der Verkäufer ihm aber den Preis nannte, stockte meinem Vater vor Schreck der Atem und als er fassungslos nachfragte, weil er dem Preisschild im Schaufenster einen um einiges geringeren Preis entnommen hatte, stellte sich heraus, dass eines der kleinen Täfelchen umgekippt war und aus diesem Grund der falsche Preis angezeigt wurde.
Traurig sagte mein Vater, dass er sich das nicht leisten könne und bat verschämt um Verzeihung während er sich schon in Richtung Ausgang wendete.
Da ließ sich aus dem Hintergrund die Stimme des Ladenbesitzers vernehmen, die zu dem Verkäufer sagte: „Der Herr bekommt die Tasche zu dem Preis den er gesehen hat, denn schließlich ist doch bald Weihnachten!“
Ihr könnt euch vorstellen wie erstaunt mein Vater war und wie liebevoll sein Herz von dieser Großzügigkeit berührt wurde.
Als alle Geschenke am Weihnachtsmorgen ausgepackt waren, begann mein Vater von seinem außergewöhnlichen Erlebnis zu erzählen.
In unseren Herzen wurde es dabei sehr warm und es war als ob sich ein ganz besonderer Glanz im weihnachtlichen Zimmer ausbreitete.
Von diesem Tag an trugen wir alle dieses wundersame Ereignis wie einen verborgenen Schatz mit uns und an jedem Weihnachtsfest breitete sich erneut dieser zauberhafte Glanz in unserem Zimmer aus, wenn wir uns an dieses außergewöhnliche Erlebnis erinnerten und unsere Weihnachtsfreude wurde dadurch mindestens doppelt so groß.

Nach einer wahren Begebenheit

8 Gedanken zu „12. Dezember“

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