Herbst

„He“, sagte der Herbst mit entrüsteter Stimme, „nun geh mal zur Seite! Du hast dich lange genug vor gedrängelt. Eigentlich bin ich schon längst an der Reihe“.
In den letzten Tagen hatte sich der Ärger in ihm immer mehr zusammengebraut und er hatte sich nun dazu entschlossen endlich sein Recht nachdrücklich einzufordern. Jetzt war die Zeit gekommen und er teilte mit seiner Rechten einen beherzten Knuff aus und blies dem Sommer seinen nebligen Atem ins Gesicht, so dass dieser verwirrt zur Seite hüpfte und sich überrumpelt davon trollte.

 

Licht im Herzen – Der Weg der Könige

Manchmal ist dein Weg unübersichtlich,
Manchmal gehst du Umwege
Manchmal ist dein Ziel nicht erkennbar.

So ist es auch uns ergangen,
als wie uns auf den Weg machten.
Wir hatten keine sichere Wegbeschreibung in unseren Taschen,
nur unser  Vertrauen darauf,
dass der Stern uns  leitet.
Manchmal ist es auch für dich Zeit
bedingungslos zu vertrauen.

Du brauchst auf
deinem Weg, der im Dunkeln liegt
nur das Licht,
das in deinem Herzen leuchtet.

(C) Beate Neufeld
11.10.2017

Löwenzahn im Herbst

Wie viele Samen werden noch aufgehen
und wie lange bleibt dann Zeit zum Blühen?
Hat das Wachsen und Reifen jetzt noch einen Sinn?
Findet sich ein schützender Unterschlupf bis zum Frühling?
Überdauert die Lebenskraft  den langen Winter?

Während ich so schauend sinne, wächst in mir die Frage nach dem eigenen Leben:
Habe ich all meine Gaben genutzt
anstatt mich resignierend abzufinden
mit dem Glauben an die Macht der Unzulänglichkeiten?
Und was bleibt von mir, wenn die Zeit des Herbstes überschritten?