Was bleibt ist die Liebe

Heute entdeckte ich bei Anna-Lena ihren Beitrag zu einem Schreibprojekt, in dem es darum geht, ein Kurzgeschichte mit maximal 10 Sätzen zu schreiben die 3 vorgegebene Wörter beinhalten muss.
Diese Woche sollten es die Wörter: HAND, WIND und GOLD sein. Ich las ihren Beitrag zum Projekt zunächst ganz bewusst nicht und ließ mich zu einer eigenen Geschichte inspirieren. Umso erstaunter war ich dann, als ich ich sah, dass wir beide das Thema Tod gewählt hatten.

Hier also meine Geschichte:

Was bleibt ist die Liebe

Sie wusste nicht wie viele Stunden sie bereits am Bett ihrer sterbenden Mutter gesessen hatte, seit sie sich aufgeschreckt durch die  Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter im Krankenhaus eingefunden hatte.

Hilflos und haltlos fühlte sie sich, wie eine Pflanze die von mitleidsloser Hand aus der Erde gerissen wurde.

Hoffnung auf eine Wendung des Schicksals gab es nicht, denn sie spürte wie die Lebenskräfte der Mutter flüchtig wie der Wind ihren Körper verließen.

Der Schmerz zerriss fast ihr Herz und sie versuchte mit aller Kraft zu halten, was sich nicht halten ließ.

Schonungslos wie ein Schwert wurde sie von der Frage durchbohrt, ob  irgendetwas bliebe?

Es konnte nicht sein, dass dieses Leben, dieser Zeitraum zwischen Geburt und Tot eines Menschen, zur Bedeutungslosigkeit verdammt war.

Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass ihre Mutter sich zu einem Nichts auflösen würde und es schon bald so sein würde, als hätte sie nie gelebt.

Ihre bisherige Lebenszeit von dem Zeitpunkt an, seit sie sich erinnern konnte, lies sie Revue passieren.

Schwere und schöne Zeiten, Freude und Schmerz, alles wurde in ihr wieder lebendig und eine leise, zarte Ahnung begann in ihr zu wachsen.

Dann kam er, der unausweichliche Moment des Abschieds, den sie lebenslang stets erfolgreich verdrängt hatte und mit ihm legte sich in ihre Seele ein Schatz wertvoller als Gold, und sie wusste jetzt, dass die Liebe alles in sich trägt was war und ist und ewig bleibt.

4 Gedanken zu „Was bleibt ist die Liebe“

  1. Liebe Beate, eine berührende Geschichte. Du solltest sie unbedingt bei Textstaub verlinken, sie ist so passend.

    Einen schönen Abend für dich und eine gute Woche,
    Anna-Lena

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