Hier und Jetzt – Gedanken am Silvesterabend

Dieses Mal sollte es so ein, dass mein Mann und ich den Silvesterabend alleine mit Priska zu Hause verbrachten. Ein befreundetes Ehepaar hatte kurzfristig abgesagt, weil unsere Freundin sich eine Erkältung zugezogen hatte. Es wurde also ein sehr beschaulicher Abend der mir gut getan hat. Mir kam in den Sinn, dass sich mein Verhältnis zu Silvester im Laufe der Jahre deutlich geändert hat. Früher war dieser Abend mit vielen Emotionen verbunden und heute wird mir immer deutlicher bewusst, dass an Silvester um Mitternacht eine Zeitgrenze überschritten wird, die entweder nur in unseren Köpfen besteht oder anders betrachtet überschreiten wir in Wahrheit sekündlich diese Zeitschwelle.
Die Zeit fließt unaufhörlich, wir sind uns dessen nur sehr selten bewusst. Mein Zeitgefühl hat sich mit meinen Erfahrungen im Laufe des Lebens verändert. Besondere Auswirkungen hatte der frühe Tod von Menschen aus meinem näheren Umfeld.
Diese Erlebnisse richteten meinen Fokus auf die eigene Sterblichkeit, auf die Endlichkeit meines Lebens hier auf dieser Erde. Ich habe beobachtet, dass ich gerade nach dem Tod meines Bruders sensibilisiert war, wenn ich Sätze hörte wie: „ Wenn ich später mal in Rente bin, dann werde ich Dieses oder Jenes tun, dann habe ich Zeit dafür.“ Ich sagte dann, dass ich mir erlauben will, nach Möglichkeit die Dinge die mir wirklich wichtig sind nicht aufzuschieben sondern Jetzt in Angriff zu nehmen.

6 Gedanken zu „Hier und Jetzt – Gedanken am Silvesterabend“

  1. Ja, diesen Ausspruch, wenn ich später mal in Rente bin tue ich dieses oder jenes ist mir auch bekannt. Ich habe zum ersten Mal keine großen Pläne geschmiedet, sondern ich lassemal alles auf mich zukommen. Die wenigsten Menschen beziehen ihre eigene Sterblichkeit in ihr Leben mit ein. Woran mag das liegen und warum verdrängen wir dieses Thema einfach?
    Natürlich habe ich auch Wünsche: ich möchte gerne noch mehr von Frankreich entdecken, es gibt noch soooo viele weiße Flecken auf der Frankreich – Karte. Ich wünsche mir ein wachsen meiner / unserer Partnerschaft..
    Ich danke für dieses wichtige Thema.
    Salut
    Helmut

  2. Silvester war für mich schon immer ein recht überflüssiger Tag und in den letzten Jahren erkenne ich den Sinn noch weniger. Bei uns wird nicht so sehr geknallt, aber ich möchte nicht wissen, was da jedes Jahr an Geld zusammenkommt, was SINNLOS in die Luft verballert wird.
    Mit zwei Hunden sind wir natürlich auch zuhause, obgleich unser Mops den Jahreswechsel verschlafen hat und Marci wie jedes Jahr gebellt hat, weil man ihr die Schlafruhe nahm.
    Am liebsten würde ich mit meinem Mann irgendwo in einer Berghütte oder am Meer mit einer Flasche Sekt still und leise auf das neue Jahr anstoßen oder auch zeitig schlafen gehen :mrgreen: .

    Liebe Grüße zu dir ♥ .

  3. Ja auch meine Gefühle an Weihnachten und Neujahr haben sich gewandelt.Wenn man in sich selbst ruht, sind da nicht mehr so viele aufgewühle Emotionen.
    Die Zeit genieße ich heute viel bewusster und dankbarer als in jungen Jahren.
    Ich freue mich für Dich liebe Beate, wie viel Du aus dem Leid und Verlust gelernt hast. Ich lese immer wieder gern Deine Gedichte und Erzählungen.
    Gruß Helga

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.