Erwartungen 

Es geschah an einem Tag in der Adventszeit.
Ich schloss den Briefkasten auf und holte etwas missmutig den dicken Stapel mit Werbeanzeigen heraus.
Fast wäre mir der Briefumschlag der dazwischen herausrutschte vor die Füße gefallen, wenn ich ihn nicht im letzten Moment noch aufgefangen hätte. Er war etwas unförmig und hatte keinen Absender.
Meine Neugier war geweckt und ich riss ihn ungeduldig auf.
Der Inhalt verblüffte mich total, denn ich hielt einen Briefbogen und einen kleinen leeren Bilderrahmen aus Holz in den Händen.
Auf dem Papier las ich nur diesen einen  Satz: „Ich bin schon da!“ Fassungslos schüttelte ich meinen Kopf. Was hatte das zu bedeuten?
Als ich den Rahmen näher in Augenschein nahm, entdeckte ich auf der Rückseite  noch einen Satz, der mit winzigen Buchstaben auf den Rand geschrieben war : „Gib deinen Erwartungen einen neuen Rahmen!“
Wie Schuppen fiel es mir plötzlich von den Augen und ich wusste:
„Gott lässt sich finden, wenn ich ihn erwarte.
Es kommt auf meinen Blickwinkel an und darauf, ob ich bereit bin ihn zu sehen.
Seither trage ich  den kleinen Rahmen oft mit mir, ganz besonders gerne, wenn ich in der Natur unterwegs bin.
Heute beim Spaziergang schaute ich hindurch und blickte in die Augen der kleinen Dammkuh, die hinter dem Zaun auf der Wiese weidete.

6 Gedanken zu „Erwartungen “

  1. Ich habe deinen Eintrag mit großen Interesse gelesen, er verschafft mir einen neuen Blickwinkel.

    „Gott lässt sich finden, wenn ich ihn erwarte. Es kommt auf meinen Blickwinkel an und darauf ob ich bereit bin ihn zu sehen.“

    Wollen wir Gott in unserem Leben Raum geben, ihn erwarten? Oder lassen wir uns durch unseren Alltagstrott davon abhalten? Zugegeben manchmal schenke ich dem Drumherum in meinem Leben viel mehr Beachtung und der Empfang von den Hinweisen Gottes ist nachhaltig gestört.
    Ich wünsche dir einen wunderbearen zweiten Advent.
    Salut
    Helmut

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