Die drei großen Fragen

Die drei großen Fragen


Wer bin ich?
Ich bin morgen nicht mehr Die, Die ich heute war
Ich bin nicht Das was du siehst
Ich bin nicht, ich werde
Ich bin ständig in der Entwicklung und doch schon fertig
Ich bin irgendwo weit weg oder tief in mir
Ich bin ein Teil von Allem


Woran glaube ich?
Ich glaube an einen großen Sinn, der Alles durchdringt
Ich glaube an einen Ursprung zu dem ich unterwegs bin


Was treibt mich an?
Gespeist von einer inneren Kraftquelle
lebe ich im Spannungsfeld eines Magneten, 
der mich anzieht oder abstößt
je nachdem wohin ich mich bewege

Warum ich die Sonnenblume so sehr mag


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet
um die Sonne zu empfangen, ja ihr Licht in sich aufzunehmen um sich dadurch förmlich in ihr Ebenbild zu verwandeln.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt,
dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet
um ihr Innerstes nach Außen zu kehren und es fruchtbringend darzubieten mit bedingungsloser Freigebigkeit.


Vielleicht weil sie mir den Eindruck vermittelt, dass sie sich mit ihrem ganzen Wesen und Sein öffnet um sich unablässig nach dem Licht auszurichten um dabei die Schatten hinter sich zu lassen.

meine kleine seele

zu schwer war die last die dir aufgeladen wurde

du konntest sie fast nicht tragen

aber unermüdlich schlepptest du sie mit dir

bis zu dem tag an dem sich deine augen öffneten

und du endlich sehen konntest dass fremdes gepäck auf deinen schultern lag

welches dich niederdrückte und dir die luft zum atmen nahm

dann erst legtest du ab was nicht zu dir gehörte

und gehst nun deinen weg mit aufgerichtetem gang

der den blick freigibt über die mauern deiner angst

Manchmal

Manchmal sehe ich dich da oben in den Wolken und dann bekommt meine Seele Flügel und fliegt hinauf zu dir. Es tut ein kleines bisschen weh wenn sich das Tor zum Himmel öffnet aber um wie viel größer ist die Liebe die uns ewig verbindet?

Manchmal spüre ich dich im Wehen des Windes und dann bekommt meine Seele Flügel und fliegt hinauf zu dir. Es tut ein kleines bisschen weh wenn sich das Tor zum Himmel öffnet aber um wie viel größer ist die Liebe die uns ewig verbindet?

Manchmal höre ich dich im Klang des Waldes und dann bekommt meine Seele Flügel und fliegt hinauf zu dir. Es tut ein kleines bisschen weh wenn sich das Tor zum Himmel öffnet aber um wie viel größer ist die Liebe die uns ewig verbindet?

Boot aus Hoffnung

Ich würde so sehnlichst gern

einen warmen weichen

Mantel der Geborgenheit um dich legen

und kann es doch nicht.

Ich würde so sehnlichst gern

ein schützendes tröstendes

Haus aus Licht für dich bauen

und kann es doch nicht.

Ich würde so sehnlichst gern

ein nährendes heilendes

Zelt der Stärke um dich errichten

und kann es doch nicht.

Darum setze ich all mein

Sorgen und Sehnen

meine Ängste und Wünsche

in ein Boot aus Hoffnung.

Im Vertrauen lasse ich die Leinen los

und bitte darum,

dass du gesegnet und geleitet bist

vom Segel der unendlichen Liebe.

Mögest du sicher deinen Weg finden

durch die Lebensstürme

zum Hafen der Bestimmung

wo du ganz und heil bist.

Unbeschreiblich

Manchmal ist es Zeit zu schweigen

Die Worte liegen wie Samen im Acker

Sie brauchen Zeit zu reifen und zu wachsen

Ich lege mein Ohr an das Herz der Erde

Und aus der Tiefe wächst ein leises Ahnen

Wie ein zarter Keim

Würde ich ihn vorschnell dem Boden entreißen

Blieben meine Worte tot und leer

Die Stille birgt die Quelle

Die das Unbeschreibliche ins Leben ruft

Baumkind

von ewigkeit zu ewigkeit

von ewigkeit zu ewigkeit

mir gleitet aus den händen
was ich halten will
mir zerreißt das herz
was ich nicht fühlen will
mir lähmt den schritt
was ich fliehen will
mich erdrücken lasten
die ich bezwingen will
mir erstickt die stimme
die doch trösten will
mir brennt in den augen
was ich nicht sehen will
mir raubt meine kräfte
was ich bezwingen will
mich ertränken tränen
die ich trocknen will
mich quälen ängste
weil ich nicht fallen will
in ein netz ohne boden
und krampfhaft suche
nach dem halt
den ich nicht greifen kann
Nur ein körnchen vertrauen
würde die grenzen
der verzweiflung sprengen
und ich könnte schauen
durch bislang verschlossene türen
dass wir bereits umfangen sind
getragen und gerettet
geheilt und erneuert
gestärkt und getröstet

von ewigkeit zu ewigkeit

Die Stimme der Natur

Fast wie im Paradies kam ich mir vor, während ich meine Füße  Schritt für Schritt durch das sommerliche Feld lenkte. Die Gräser nickten so friedlich und sanft im lauen Abendwind. Um meine Nase strich ein betörend honigsüßer Duft. Und als ob meine Sinne noch nicht genug hätten, erscholl ein bezauberndes Vogelkonzert. Liebliche Klänge hüllten mich wohlig ein. Doch dann durchdrang jäh der Ruf des Kuckucks die Idylle, immer und immer wieder und er ließ nicht ab bis ich aufmerkte und die Frage in mir aufstieg, was er wohl so dringlich zu verkünden habe?

Also hielt ich inne und öffnete meine Herzensohren, sein klagender Appell drang in meine Seele und mit jedem Ruf wurde die Botschaft unmissverständlicher:

Gebt Acht

Gebt Acht

Erwacht

Erwacht

Die Zeit ist knapp

Die Uhr läuft ab

Kehrt um

Kehrt um

Und seid nicht dumm

Seht an das Leid

Das ihr getan

Schaut euch die Mutter Erde an

Sie liebt euch ganz bedingungslos

Verzeiht euch jeden Tag auf‘s Neu

Doch ihre Kraft ist nicht mehr groß

Ergreift die Chance die ihr noch habt sofort

Sie wird nicht mehr vertagt

Nehmt das Leben in eure Hände

Und hütet es sorgsam

Sonst naht bald das Ende