Nur ein Teil von dir

Nur ein Teil von dir bedarf der Heilung.
In dir fließt eine unerschöpfliche Kraft
die gespeist wird von der
nie versiegenden Quelle der Liebe.
Wenn du aus ihr schöpfst
bist du verbunden mit Himmel und Erde,
wie ein Baum der an Wasserbächen gepflanzt ist.
Öffne die Tür deiner Seele und spüre
diese Kraft die dich vollkommen durchdringt,
die dich nährt und erneuert und heilt,
bis in die kleinste Zelle deines Körpers.
Sei gesegnet und behütet.
(Segenswunsch an einen Freund)

Das Gesicht des neuen Tages

Eines Tages überschritt ich unvermittelt eine mir bis dahin unsichtbare Schwelle. 
Ich wurde ihrer gewahr, als sich der Geschmack der Endlichkeit mit herber Würze und einer bitteren Note auf meine Zunge gelegt hatte. 
In diesem Moment ereilte mich die unbarmherzige Gewissheit, dass meine Zeit hier in diesem Leben begrenzt ist.
Sie riss mich mitten aus meinen Plänen, die ich zeitlebens in alter Gewohnheit unbedarft schmiedete, als schöpfte ich mit vollen Händen aus einer niemals versiegenden Quelle. 
Fortan schaue ich am Morgen dem neuen Tag zärtlich ins Gesicht und wäge dankbar und sorgsam das Geschenk der kostbaren Stunden ab, bevor ich mich entscheide, wohin mein Weg mich heute führt. 

Da tanzte die Rose mit der Herbstsonne

Ihr Kleid war schon etwas abgetragen
und das Rot nicht mehr ganz so strahlend,
aber das störte sie nicht.
Sie vergaß die Welt und die Zeit
als sie mit der Herbstsonne tanzte.
Hingebungsvoll und leidenschaftlich
summte sie eine Melodie dazu,
als läge ihr ganzes Leben darin.
Die Augen hatte sie geschlossen, 
und tauchte vollkommen ein in diesen Augenblick.
Ein Traum von zarter Frühlingssonne,
die nach kalter Winterzeit 
die erstarrte Erde sanft wach küsst,
umhüllte sie wie ein luftig leichtes Tuch,
das beschwingt im Rhythmus schwebte.

Herbstleuchten

Ich bin eine Herbstblume, eine von den Wenigen, die jetzt noch blühen. 
Lange habe ich gewartet, bis meine Zeit reif war. 
Im Frühling habe ich in meinem Bett in der Erde noch tief und fest geschlafen. 
Als der Sommer mit voller Kraft ins Land zog, legte sich eine sanfte Wärme um mich und mit ihr erwachte in mir eine leise Sehnsucht, die mich hinaus ans Licht zog.
Tief in mir spürte ich, dass es mir bestimmt war zu warten. 
Ich vertraute darauf, dass der richtige Augenblick kommen würde. 
Nun bin ich hier und schenke euch mein Strahlen. 
Wenn ihr mich am Wegesrand seht, dann kann es geschehen, dass ihr kurz inne haltet und euch verwundert fragt, ob die Blumen im Herbst tatsächlich intensiver leuchten oder ob euer Blick und Herz sich geweitet hat, um in Dankbarkeit die Abschiedsgaben zu empfangen?
Ich lege euch meine ganze Kraft zu Füßen, nehmt meine Farbe in eure Seele auf, möge sie euch in der Zeit der Winterruhe bunte Träume schenken.

Einzigartig

In diesem einzigartigen Augenblick 
spiegelt sich die Welt mit meiner Seele.
Ein Fest der Vereinigung, 
unvergleichbar und unwiederbringlich!
Schon morgen wird mein Blick 
ein anderer sein.
Obgleich meine Augen 
die bekannte Perspektive erfassen,
treffen in meiner Seele
Fremde aufeinander, 
die sich miteinander verbünden.
In diesem einzigartigen Augenblick.

Inspiriert wurde ich zu diesem Gedicht von dem Beitrag, den ich bei Paleica las.
Mir ist es beim Betrachten von alten Fotos auch schon oft so ergangen, dass ich daran dachte, was ich alles im Moment der Fotoaufnahme noch nicht wusste. Diese Betrachtungsweise kann eine gewisse Wehmut auf den Plan rufen, die dazu verleitet, das was war festhalten zu wollen, so nach dem Motto. „Es war doch so schön, warum konnte es nicht so bleiben?“ Aber das Leben ist nun einmal eine fortlaufende Bewegung, die Seele gleicht einem Tanzsaal, in dem sich Altbekanntes und Neues zu ständig wechselnden Formationen miteinander verbinden um sich gleich wieder voneinander zu lösen.

Die Party ist vorbei

Die Party ist vorbei, wir spielen keine „Blinde Kuh“ mehr.
Das Tuch mit dem du deine Augen verbunden hattest kannst du jetzt abnehmen.
Du brauchst nicht länger im Dunkeln zu tappen um nach einer besseren Version von dir selbst zu suchen.
Befreie dich von dem Schleier der dir die Sicht verwehrte und jage nicht länger deinen Idealvorstellungen hinterher.
Alles was du brauchst steht dir zur Verfügung,
du bist perfekt in deiner unvergleichlichen Einzigartigkeit!

Weißt du noch?

„Weißt du noch? „ ,spreche ich zu ihr, 
die schon längst gegangen ist. 
„Weißt du noch?“, hallt es in mir nach 
mit bittersüßem Klang.
In diesem Moment scheint sich die Zeit auszudehnen 
und ich bin gestern und morgen
und sie ist hier und dort 
und unsere Liebe ist überall.
Vielleicht ist es genug, dass ich es weiß, 
denn ich weiß es für uns beide 
und bewahre unseren Schatz in meinem Herzen.

Die drei großen Fragen

Die drei großen Fragen


Wer bin ich?
Ich bin morgen nicht mehr Die, Die ich heute war
Ich bin nicht Das was du siehst
Ich bin nicht, ich werde
Ich bin ständig in der Entwicklung und doch schon fertig
Ich bin irgendwo weit weg oder tief in mir
Ich bin ein Teil von Allem


Woran glaube ich?
Ich glaube an einen großen Sinn, der Alles durchdringt
Ich glaube an einen Ursprung zu dem ich unterwegs bin


Was treibt mich an?
Gespeist von einer inneren Kraftquelle
lebe ich im Spannungsfeld eines Magneten, 
der mich anzieht oder abstößt
je nachdem wohin ich mich bewege